Materialien für Holzräderuhren

Grundsätzlich sollten nur beste Materialien und ausgesuchte fehlerfreie Werkstoffe verwendet werden. Die Uhr soll ja schließlich sehr lange Freude bereiten und schön anzusehen sein. Es ist darauf zu achten, dass die verwendeten Hölzer gut gelagert und sehr trocken sind, damit sich die Uhr nicht nach einigen Monaten verziehen kann, denn Holz ist ein Naturprodukt und "lebt" weiter. Insbesondere die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur beeinflussen die Eigenschaften des Holzes und damit den Gang der Uhr.

 

Der Rahmen

Als Material für den Rahmen verwende ich in der Hauptsache sehr hartes und schön gezeichnetes Holz (Bumbinga, Wengé, Zwetschge, Buche, Eiche oder auch Esche). Die Leisten sind ca. 800mm lang und 15mm dick. als Abstandsstücke eignen sich Rundhölzer wie Buche sehr gut. In den Abstandsstücken werden M6 Gewindestangen eingebracht, um dem Rahmen die Stabilität zu geben die er benötigt. So lässt sich der Rahmen auch besser auseinander und wieder zusammenbauen, um die Zahnräder exakt positionieren zu können.

 

 

Die Zahnräder

Für die Zahnräder ist 5mm Schichtholz / Flugzeugsperrholz sehr gut geeignet. Es verzieht sich nicht und lässt eine Maßgenauigkeit in der Verarbeitung zu. Allerdings kann es bei schlechten Holzqualitäten zum Ausbrechen der Einzelschichten an den Rändern der Zähne kommen. Hier muss ein geeigneter Vorschub gewählt bzw. sehr vorsichtig geschnitten werden. Es gilt: Um so filigraner die Zahnradkonturen sind, desto mehr muss das verwendete Holz an Stabilität geben können. Da die Herstellung der Zahnräder auch mit Unterstützung von CNC- Maschinen sehr aufwenig ist, sollten alle Hölzer zuvor auf Fehler geprüft werden.

 

Die Lager

Wichtig für die Ganggenauigkeit der Holzuhr ist die Art der Lagerung der Messing- Achsen der einzelnen Triebe. Es können auch Achsen aus Silberstahl eingebaut werden. Für das Antriebsrad wird eine 6mm Achse verwendet und für alle anderen genügt eine 4mm Achse. Um Reibung zu verringern können an den Enden der Achsen Zapfen angedreht werden. Die Achse für den Antrieb wird in Kugellagern getragen. Für die 4mm Achsen eignen sich Gleitlager oder auch Polyamidlager sehr gut. Damit alle Lagerungen so wenig als möglich Reibung verursachen müssen alle Arbeiten sehr exakt und achsparallel ausgeführt sein. Die Achsen müssen zum Rahmen im Winkel von 90 Grad verlaufen und dürfen nicht verkanten.

 

Das Pendelgewicht

Das Pendelgewicht besteht bei meinen Uhren aus zwei Halbschalen aus Schichtholz. Im Inneren wird das Pendelgewicht mit ca. 150g beschwert. Hierzu eignen sich große Unterlegscheiben. Am Ende der 103cm langen Pendelstange aus sehr geraden 6mm Buchenholz wird eine M3 Gewindestange mit Epoxidharz Kleber befestigt. Das Pendelgewicht kann so nach oben und unten mit einer Mutter bewegt werden, um die Ganggenauigkeit der Uhr zu regulieren.

 

 

Das Aufzugsgewicht

Bei meinen Pendeluhren werden die Gewichte aus ca. 25cm Edelstahlrohr hergestellt. Oben und unten wird das z.B. 60 mm Rohr mit Holzverschlusskappen versehen und durch eine M6 Gewindestange, die durch das Rohr geführt wird, verbunden. Am oberen Ende wird eine selbst gedrehte Messingverschraubung mit integriertem Haken angebracht und mit einem sehr tragfähigen Seil verbunden. Das Gewicht kann so mit kleinen Bleistücken befüllt werden ca. 2 - 3 kg. Der Boden muss sehr stabil und ggf. mit Metallscheiben getragen werden, damit das Holz nicht durch den Gewichtsdruck beschädigt wird .